Häufige Fragen

Frauen, die Kaffee trinken und  sich unterhalten

Du hast Fragen zu den Wechseljahren oder zu VMS? Hier findest du Antworten. Auch dein Arzt oder deine Ärztin kann dich dazu beraten und dir weiterhelfen.

 

Zu den Begrifflichkeiten: Wechseljahre, Menopause und VMS

Die Wechseljahre sind eine natürliche Lebensphase jeder Frau, in der es aufgrund des abnehmenden Eizellvorrates und damit verbundener sinkender Hormonspiegel zunächst zu Unregelmäßigkeiten der Menstruation kommt, bis diese schließlich ganz ausbleibt. Dieser Zeitpunkt wird als Menopause bezeichnet – er lässt sich jedoch nur im Nachhinein feststellen. Denn erst nach zwölf Monaten kann wirklich davon ausgegangen werden, dass dies wirklich die letzte Regelblutung war.2,7

Nein. Die Menopause bezeichnet lediglich den Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Definitionsgemäß ist dies dann, wenn in den zwölf darauf folgenden Monaten keine Periode mehr aufgetreten ist. Bei VMS handelt es sich um Hitzewallungen und Nachtschweiß, die im Zusammenhang mit der Menopause auftreten können .1,2

Sie alle stellen unterschiedliche Phasen rund um die Wechseljahre dar. Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr beginnt dieser Abschnitt im Leben einer Frau mit der Prämenopause und ersten hormonellen Schwankungen, die jedoch häufig unbemerkt bleiben. Die Perimenopause ist die Zeit, in der die ersten Symptome der Wechseljahre auftreten, z. B. Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus. Die Menopause beschreibt den Zeitpunkt der letzten Periode im Leben einer Frau. Er lässt sich erst im Nachhinein bestätigen, wenn in den darauffolgenden zwölf Monaten keine Periode mehr folgt. Und bei der Postmenopause handelt es sich um den Zeitraum nach der Menopause.2

Frauen haben ihre letzte Regelblutung, die Menopause, im Durchschnitt im Alter von 51 Jahren. Dieser Zeitpunkt lässt sich erst im Nachhinein bestätigen, wenn in den zwölf darauffolgenden Monaten keine Regelblutung aufgetreten ist.2,17

Die primäre Ovarialinsuffizienz (POI) wurde früher als vorzeitige Wechseljahre bezeichnet. Gemeint ist damit ein Auftreten der Wechseljahre vor dem 40. Lebensjahr. Bei etwa 1 % der Frauen tritt eine POI auf. Es gibt verschiedene Auslöser, darunter genetische, metabolische und infektiöse sowie Autoimmunerkrankungen.2

Von einer frühen Menopause spricht man, wenn die letzte Periode bereits im Alter zwischen 40 und 45 Jahren auftritt. Bei bis zu 5 % der Frauen ist eine frühe Menopause natürlich bedingt. Meist liegt jedoch eine medizinische Ursache vor.2


So können Operationen (bei denen die Eierstöcke entfernt werden), Krebstherapien, Beckenbestrahlungen oder andere medizinische Eingriffe, die die Östrogenproduktion in den Eierstöcken beeinträchtigen können, zu einer frühen Menopause führen.2

Symptome in den Wechseljahren

VMS ist die medizinische Bezeichnung für Hitzewallungen und Nachtschweiß. Im Video erfährst du, was die bei bis zu 80 % der Frauen in den Wechseljahren auftretenden Beschwerden verursacht.1

Bei Hitzewallungen handelt es sich um plötzliche und intensive Hitzegefühle, die im Gesicht und im oberen Brustbereich beginnen. Sie breiten sich über den Körper aus und können von Schwitzen, Hautrötung, Schüttelfrost und Herzrasen begleitet sein. Nachtschweiß bezeichnet Hitzewallungen, die während des Schlafs auftreten. Sie können zwischen zwei und vier Minuten andauern.3–5

Man weiß, dass wechseljahresbedingte vasomotorische Symptome (VMS) ihren Ursprung in einem Teil des Gehirns haben, der Hypothalamus genannt wird und der die Körpertemperatur reguliert. Bei der Temperaturkontrolle spielen bestimmt Neuronen – sogenannte KNDy-Neuronen – eine wichtige Rolle. Zur Kontrolle des inneren Thermostats wird zudem ein Gleichgewicht zwischen dem Hormon Östrogen und einem Gehirnbotenstoff namens Neurokinin B (NKB) benötigt.1,6,7


Wenn der Östrogenspiegel während der Wechseljahre sinkt, wird dieses Gleichgewicht gestört. Das veranlasst den Hypothalamus, dem Körper eine Fehlermeldung über dessen aktuelle Temperatur zu geben.
Daraufhin werden im Hypothalamus Mechanismen zur Gegenregulation ausgelöst, die sich als Hitzewallungen und Nachtschweiß bemerkbar machen. 8,9

Ja, das können sie. 94 % der Frauen geben an, dass vasomotorische Symptome (VMS) ihren Schlaf beeinträchtigen. Jeweils 69 % sagen, dass VMS ihre Konzentration bzw. ihre Arbeit beeinträchtigen.11

Bis zu 80 % der Frauen erleben vasomotorische Symptome (VMS).1

Jede Frau ist anders. Bei den meisten treten die vasomotorischen Symptome (VMS) über etwa 7,4 Jahre auf. In einigen Fällen können sie jedoch auch länger als zehn Jahre anhalten.13

Das ist sehr unterschiedlich. Hitzewallungen und Nachtschweiß, auch bekannt als vasomotorische Symptome (VMS), können ab dem 40. Lebensjahr oder bis zu zehn Jahre vor der Menopause auftreten.2,13

Ja. Das Beschwerdebild hat sogar einen medizinischen Namen: vasomotorische Symptome (VMS).1

Ja, Hitzewallungen werden nach Schweregrad eingeteilt:1,21

  • Mild – Hitzegefühl ohne Schwitzen.
     
  • Moderat – Hitzegefühl mit Schwitzen, die Aktivität kann fortgesetzt werden.
     
  • Schwer – Hitzegefühl mit Schweißausbrüchen, die zur Einstellung der Aktivität führen.

Vasomotorische Symptome (VMS) sind die häufigsten und störendsten Beschwerden. Weitere Wechseljahresbeschwerden sind beispielsweise vaginale Trockenheit, Juckreiz oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen, innere Unruhe, Ängste, Gelenkschmerzen, Gewichtszunahme, dünner werdendes Haar und trockene Haut.4,12,19

Die ersten Symptome der Wechseljahre können bis zu zehn Jahre vor der letzten Regelblutung auftreten. Diese Zeit wird als Perimenopause bezeichnet.18

Die Dauer der Beschwerden ist bei jeder Frau unterschiedlich, aber die meisten erleben die Wechseljahre zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Es hat sich gezeigt, dass vasomotorische Symptome (VMS) ihren Höhepunkt haben sowohl kurz vor der Menopause, also in der Zeit, wenn sich die Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus ändert und die Periode häufiger ausbleibt, als auch in den ersten Jahren danach.1,2

Jede Frau ist anders, aber die meisten erleben durchschnittlich etwa 33 Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche pro Woche.22 Dies ist jedoch nur ein Mittelwert, es können auch weniger, aber auch mehr Beschwerden auftreten. Wie stark und belastend diese empfunden werden, ist ebenfalls sehr individuell.

Eine Hitzewallung kann von einem schnellen Herzschlag, Schwitzen, Hautrötung und Schüttelfrost begleitet sein. Tatsächlich können vasomotorische Symptome (VMS) den Herzschlag um sieben bis 15 Schläge pro Minute erhöhen.1,14,15

Aktuelle Studien haben gezeigt, dass die Häufigkeit und Schwere von vasomotorischen Symptomen (VMS) zur Vorhersage künftiger chronischer Gesundheitsprobleme wie Gedächtnisstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schlechter Knochengesundheit, einschließlich Osteoporose, herangezogen werden können.16


Wenn du das Gefühl hast, dass sich VMS auf deine allgemeine Gesundheit auswirken, sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin darüber und lass dich beraten.

Es ist erwiesen, dass vasomotorische Symptome (VMS) bei Frauen, bei denen die Wechseljahre durch eine Operation (d. h. Entfernung beider Eierstöcke) bedingt sind, häufiger und stärker auftreten als bei Frauen, die die Menopause auf natürliche Weise erleben.1

Behandlungsmöglichkeiten

Ja, es gibt verschreibungspflichtige Medikamente gegen menopausebedingte VMS. Dazu zählen sowohl verschreibungspflichtige, hormonelle Arzneimittel als auch nicht-hormonelle Arzneimittel.24 Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über deine Behandlungsmöglichkeiten.

Ja, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Arzneimittel werden zur Behandlung von VMS (vasomotorischen Symptomen) eingesetzt. Dazu gehören Soja, Traubensilberkerze und andere pflanzliche Mittel.


Sprich immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du Medikamente, freiverkäufliche Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate einsetzt.10

Jüngste Studien haben ergeben, dass Kaffee, Alkoholkonsum und eine zucker- und fettreiche Ernährung das Risiko von vasomotorischen Symptomen (VMS) erhöhen können. Bevor du jedoch deine Ernährung oder dein Trainingsprogramm umstellst, solltest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sprechen.1,23

Der sogenannte Zwiebellook – also das Tragen von Kleidung in übereinanderliegenden Schichten – kann möglicherweise hilfreich sein. Zudem solltest du auf Kleidung aus Naturfasern zurückgreifen. Ein tragbarer Ventilator sowie kühle alkoholfreie Getränke können ebenfalls helfen.15


Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, um Empfehlungen für den Umgang mit Hitzewallungen und Nachtschweiß zu erhalten.

Es ist zwar nicht erwiesen, dass Meditation bei der Bewältigung von Beschwerden wie vasomotorischen Symptomen (VMS) hilft, aber sie kann die Gefühle von Angst, Stress und Reizbarkeit lindern, die durch Hitzewallungen und Nachtschweiß entstehen können. Auch Yoga kann die Symptome der Wechseljahre verbessern.1,15,20 

Die kurze Antwort lautet: Ja.


Die etwas ausführlichere Antwort lautet: Klinische Studien haben gezeigt, dass Frauen mit einem höheren BMI und/oder Raucherinnen mit größerer Wahrscheinlichkeit vasomotorische Symptome (VMS) in den Wechseljahren entwickeln.1

Quellen:

  1. Thurston RC. Vasomotor symptoms. In: Crandall CJ, Bachman GA, Faubion SS, et al., eds. Menopause Practice: A Clinician's Guide. 6. Ausgabe. Pepper Pike, OH: North American Menopause Society. 2019; 43-55.
  2. Thurston RC. Menopause. In: Crandall CJ, Bachman GA, Faubion SS, et al., eds. Menopause Practice: A Clinician's Guide. 6th ed. Pepper Pike, OH: North American Menopause Society. 2019; 1-21.
  3. Stuenkel CA Davis SR, Gompel A et al. Treatment of Symptoms of the Menopause: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2015; 100, 3975–4011.
  4. Mann C, Mahner S, Thaler CJ. Auf gutem Weg durch die Wechseljahre. MMW - Fortschritte Med. 2019; 161: 50–57.Kronenberg F. Hot flashes: epidemiology and physiology. Ann NY Acad Sci 1990; 592: 52-86.
  5. Gorczyca M. Vasomotorische Beschwerden in der Menopause. J Gynäkol Endokrinol. 2021; 31: 79–81.
  6. Wakabayashi Y, Nakada T, Murata K, et al. Neurokinin B and dynorphin A in kisspeptin neurons of the arcuate nucleus participate in generation of periodic oscillation of neural activity driving pulsatile gonadotropin-releasing hormone secretion in the goat. J Neurosci. 2010; 30(8): 3124-3132.
  7. Padilla SL, Johnson CW, Barker FD, Patterson MA, Palmiter RD. A neural circuit underlying the generation of hot flushes. Cell Rep. 2018; 24(2): 271-277.
  8. Krajewski-Hall SJ, Blackmore EM, McMinn JR, Rance NE. Estradiol alters body temperature regulation in the female mouse. Temperature. 2017; 5(1): 56-69.
  9. Krajewski-Hall SJ, Miranda Dos Santos F, McMullen NTm Blackmore EM, Rance NE. Glutamatergic neurokinin 3 receptor neurons in the median preoptic nucleus modulate heat-defense pathways in female mice. Endocrinology. 2019; 160(4): 803-816.
  10. Natural Menopause Relief. Rock My Menopause. Verfügbar unter: https://rockmymenopause.com/get-informed/treatment/#Natural-menopause-relief (zuletzt aufgerufen: April 2026). 
  11. English M, Stoykova B, Slota C, Doward L, Siddiqui E, Crawford R, DiBenedetti D. Correction to: Qualitative study: burden of menopause-associated vasomotor symptoms (VMS) and validation of PROMIS sleep disturbance and sleep-related impairment measures for assessment of VMS impact on sleep. J Patient Rep Outcomes. 2021; 5(1): 42.
  12. Monteleone P, Mascagni G, Giannini A, Genazzani AR, Simoncini T. Symptoms of menopause - global prevalence, physiology and implications. Nat Rev Endocrinol. 2018; 14(4): 199-215.
  13. Avis NE, Crawford SL, Greendale G, et al. Duration of menopausal vasomotor symptoms over the menopause transition. JAMA Intern Med. 2015; 175(4): 531-539.
  14. Kronenberg F. Hot flashes: epidemiology and physiology. Ann NY Acad Sci 1990;592:52-86.
  15. Kaunitz AM, Manson JE. Management of menopausal symptoms. Obstet Gynecol. 2015; 126(4): 859-876.
  16. Biglia N, Cagnacci A, Gambacciani M, Lello S, Maffei S, Nappi RE. Vasomotor symptoms in menopause: a biomarker of cardiovascular disease risk and other chronic diseases? Climacteric. 2017; 20(4): 306-312.
  17. What is menopause? The Menopause Charity. Verfügbar unter: https://www.themenopausecharity.org/wp-content/uploads/2021/04/What-is-menopause_.pdf (zuletzt aufgerufen: April 2026).
  18. Jones RE, Lopez KH. Reproductive aging. In: Human Reproduction Biology. 4th ed. London, UK: Academic Press. 2013; 119-131.
  19. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (Hrsg.). Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen. S3-Leitlinie. Stand Januar 2020. Version 1.1. AWMF-Registernummer 015-062. Verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-062 (zuletzt aufgerufen: April 2026).
  20. Joshi S, Khandwe R, Bapat D, Deshmukh U. Effect of yoga on menopausal symptoms. Menopause Int. 2011; 17(3): 78-81.
  21. Leitlinie zur klinischen Prüfung von Arzneimitteln für die Hormonersatztherapie von Östrogenmangelsymptomen bei postmenopausalen Frauen. EMA. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu/en/clinical-investigation-medicinal-products-hormone-replacement-therapy-oestrogen-deficiency-symptoms-postmenopausal-women-scientific-guideline (zuletzt aufgerufen: April 2026).
  22. Hunter MS, Gentry-Maharaj A, Ryan A, et al. Prevalence, frequency and problem rating of hot flushes persist in older postmenopausal women: impact of age, body mass index, hysterectomy, hormone therapy use, lifestyle and mood in a cross-sectional cohort study of 10,418 British women aged 54-65. BJOG. 2012; 119(1): 40-50.
  23. Schaudig K, Schwenkhagen A. Gynäkologe 2018 · 51:828–841 https://link.springer.com/article/10.1007/s00129-018-4322-5 Online publiziert: 14. September 2018© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von 
Springer Nature 2018
  24. DAZ-Online (2023). Ohne Hormone durch die Wechseljahre. Online-Quelle. Verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2023/daz-51-2023/ohne-hormone-durch-die-wechseljahre (zuletzt aufgerufen: April 2026).