Für ihn

Für ihn

Liebe Frauen, diese Website ist für euch. Aber weil ihr ein Thema wie die Wechseljahre nicht alleine stemmen solltet, gibt es diesen Bereich speziell für die Männer in eurem Leben. Schickt ihm den Link hierhin – oder lasst das Handy ganz „zufällig“ offen liegen.
Um nicht nur Vermutungen aufzustellen, haben wir nachgefragt: Die folgenden Einblicke basieren auf einer Umfrage unter 528 Männern in Deutschland, die die Wechseljahre ihrer Partnerin gerade begleiten oder sie bereits in einer Partnerschaft miterlebt haben (YouGov, März 2026).1

An die Männer: Schön, dass du da bist.

Fragst du dich gerade, warum sich bei euch so viel verändert? Damit bist du nicht allein – und es gibt gute Gründe dafür. Denn die Wechseljahre sind noch mehr als Hitzewallungen; sie können wie ein heftiger Wetterumschwung wirken, der auch die Psyche und den gesamten Alltag durcheinanderwirbelt. Wer versteht, was biologisch passiert und das Gespräch sucht, nimmt den emotionalen Gegenwind nicht mehr so persönlich und kann deutlich besser damit umgehen. Auch wenn du nur aus Versehen durch deine Partnerin hier gelandet bist: Lies unbedingt weiter.

Wechseljahre verstehen: Was sie für deine Partnerin & eure Beziehung bedeuten

Vielleicht hast du in letzter Zeit das Gefühl, dass jemand heimlich das Betriebssystem deiner Partnerin aktualisiert hat – und das Update zieht sich länger als gedacht. Sie ist schneller erschöpft, die Zündschnur ist kürzer und das Thema Nähe fühlt sich plötzlich viel komplizierter an.

Die gute Nachricht:

Es liegt nicht an dir, aber auch nicht an ihr. Und höchstwahrscheinlich auch nicht an eurer Beziehung. Was viele nicht wissen: Die Wechseljahre betreffen nicht nur den Körper und den Hormonhaushalt einer Frau – sie können die verschiedensten Lebensbereiche beeinflussen. Vom Berufsleben und dem Alltag über die Sexualität bis hin zur Psyche und dem Selbstwertgefühl.2,3 Die Wechseljahre können sich damit auch auf das gemeinsame Leben und das Miteinander in der Partnerschaft auswirken.4

Welche Symptome Frauen in den Wechseljahren haben können

Wenn Männer „Wechseljahre“ hören, denken sie oft nur an Hitzewallungen, Schweißperlen auf der Stirn und einen Fächer in der Hand.1 In Über VMS erfährst du, was Hitzewallungen für Frauen wirklich bedeuten können.

Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. In unserer Befragung zeigte sich, dass einige Männer zwar die Wechseljahre ihrer Partnerin mit einer ganzen Reihe weiterer Veränderungen verbinden – körperlich und emotional – aber die weniger bekannten Wechseljahresbeschwerden teils nicht auf dem Schirm haben.1 Das soll sich ändern.

Hier eine Übersicht ausgewählter weiterer Wechseljahressymptome:2

Hier eine Übersicht ausgewählter weiterer Wechseljahressymptome

Symptome der Wechseljahre: vielfältig, oft unsichtbar und unterschätzt

Susanne und Mandy erzählen offen über ihre unerwarteten Symptome der Wechseljahre und wie diese ihr Leben beeinflusst haben. Die Videos können dir dabei helfen, deine Frau besser zu verstehen und zu erkennen, wie individuell die Wechseljahre sein können.

Beschwerden in den Wechseljahren sind keine Seltenheit
Beschwerden in den Wechseljahren sind keine Seltenheit

Beschwerden in den Wechseljahren sind keine Seltenheit

Dass Frauen in den Wechseljahren unter Beschwerden leiden, ist keine Seltenheit, acht von zehn Frauen betrifft das. Verantwortlich dafür sind hauptsächlich die zunächst stark schwankenden und schließlich sinkenden Östrogenspiegel bedingt durch die voranschreitende Erschöpfung der Eizellreserve in den Eierstöcken der Frau.2 Das ist auch der Grund, warum sich Symptome nicht einfach „wegdiskutieren“ lassen und warum Sätze wie „Reiß dich mal zusammen“ oft mehr schaden als helfen. Wenn sich deine Partnerin verändert, macht sie das nicht absichtlich – und es geht auch nicht gegen dich oder eure Beziehung. Hier findest du weitere Informationen dazu, was die Wechseljahre überhaupt sind.

Viele wollen über die Wechseljahre sprechen – warum Paare trotzdem schweigen

Viele Männer nehmen Veränderungen bei ihrer Partnerin wahr. Stimmungsschwankungen, Müdigkeit oder Rückzug – und fragen sich, was gerade passiert und wie sie damit umgehen sollen. In unserer Befragung berichten Männer von Unsicherheit und dem Gefühl, nicht genau zu wissen, wie sie unterstützen können. Manche beschreiben auch Hilflosigkeit.1 Die Reaktionen zeigen, dass Veränderungen in dieser Phase beide Seiten betreffen können.

Realitätscheck: Das Kommunikations-Paradox

Der Großteil der Männer findet es wichtig über das Thema Wechseljahre in einer Partnerschaft zu sprechen. Hier wird es kurios. Unsere Daten zeigen eine gewaltige Lücke zwischen der Selbsteinschätzung und -wahrnehmung der Männer und der Umsetzung im Alltag:1

der Männer sagen, es sei ihnen nicht unangenehm, das Thema anzusprechen.

der Männer sagen, es sei ihnen nicht unangenehm, das Thema anzusprechen.

der Männer finden es eher bzw. sehr wichtig, über die Wechseljahre zu sprechen.

der Männer finden es eher bzw. sehr wichtig, über die Wechseljahre zu sprechen.

der Männer haben schon oft mit der Partnerin über die Wechseljahre gesprochen.

der Männer haben schon oft mit der Partnerin über die Wechseljahre gesprochen.

Auch die Zahlen aus einer Umfrage des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts TQS im Auftrag von Pure Encapsulations zeigen eine deutliche Diskrepanz bei den Frauen:5

 

  • Obwohl sich zwei von drei Frauen (64 %) eine offene Kommunikation in den Wechseljahren wünschen, traut sich am Ende nur eine von drei (32 %), das Thema beim eigenen Partner auch wirklich auf den Tisch zu bringen.5
  • Der Grund? Fast jede zweite Frau hat schlichtweg Angst davor, nicht ernst genommen oder sogar abgewertet zu werden.5

Hier kommst du ins Spiel.

Es ist völlig normal, dass du dich in dieser Phase wie ein „Outsider“ ohne passendes Handbuch fühlst – schließlich lernt man(n) den Umgang mit den Wechseljahren nicht mal eben nebenbei.1 Aber dein Verständnis ist ein wichtiges Werkzeug. Du musst Unsicherheiten nicht per Knopfdruck abstellen – es reicht völlig aus, sie einfach mal offen anzusprechen.6

Die inneren Bremsen: Warum Männer über die Wechseljahre oft schweigen

Viele Männer sorgen sich um ihre Partnerin, nehmen Veränderungen ernst und empfinden die Situation gleichzeitig als herausfordernd. Man will unterstützen und vielleicht sogar darüber reden, hat aber Angst, die falsche Abzweigung zu nehmen.

Warum schweigen Männer oft?

Meistens aus einer Mischung aus Sorge und „Minenfeld-Angst“. Sie wollen nichts falsch machen, keine schlafenden Hunde wecken oder – Gott bewahre – als bevormundend rüberkommen. Außerdem spielt auch Unsicherheit und Scham eine Rolle. Also warten sie auf ein Signal von ihr.1 Spoiler: Sie wartet wahrscheinlich auch.

Typische Gedanken können dabei sein:1

Antworten, auf die Frage, warum es unangenehm ist, mit der Partnerin über die Wechseljahre zu sprechen, waren:1

  • Das Timing: „Es war ein schlechter Zeitpunkt.“
  • Die Sorge: „Meine Frau war / ist selbst heute noch manchmal sehr empfindlich...“
  • Die Zurückhaltung: „Möchte nicht aufdringlich sein?“ / „Sie blockt, das wars, ich warte…“
  • Das Nicht-meine-Baustelle-Dilemma: „Ich kenne mich da nicht aus.“ / „Weiß zu wenig darüber.“
  • Die Kommunikations-Sperre: „Sie möchte auch nicht gerne darüber sprechen.“
  • Die psychologische Zwickmühle: „Ich habe das Gefühl, dass durch Gespräche ihr Selbstwertgefühl reduziert wird...“

Dein 8-Punkte-Plan für den Alltag7

Wissen ist Macht

1.

Wissen ist Macht: Informiere dich aktiv. Wer weiß, was biologisch passiert, bleibt cooler, wenn es zu Hause knallt.

Frag nach

2.

Frag nach: Wie solltest du am besten auf Beschwerden deiner Frau reagieren?

Zuhören statt Reparieren

3.

Zuhören statt Reparieren: Bleib im Gespräch und sehe die Zeit als eine Chance für Veränderungen.

Toleranz-Modus an

4.

Toleranz-Modus an: Wenn sie gereizt reagiert, hat das oft nichts mit dir zu tun. Bleib entspannt.

Komplimente-Check

5.

Komplimente-Check: Sag ihr, dass sie immer noch die Frau ist, die dich begeistert. Das ist das beste Mittel gegen ihre Selbstzweifel.

Support-Rolle

6.

Support-Rolle: Ermutige sie, mehr für sich zu tun. Ja, das bedeutet vielleicht, dass du im Alltag etwas mehr Dinge übernehmen musst. Aber: Du schaffst Raum für eine Partnerschaft die euch beide stärkt.

Druck raus beim Sex

7.

Druck raus beim Sex: Akzeptiere Phasen ohne Lust. Nutze Gespräche, um Ursachen (wie Erschöpfung oder vaginale Trockenheit) ohne Vorwurf zu klären.

Zukunfts-Inventur

8.

Zukunfts-Inventur: Nutzt die Zeit für eine Lebensbilanz. Was wollt ihr in Zukunft noch gemeinsam erreichen oder erleben? 

Warum „Abwarten“ keine Option ist

Eine der häufigsten – und gut gemeinten – Irrtümer lautet: Ich warte, bis meine Partnerin den ersten Schritt macht.1 Genau dieses Warten auf ein Signal ist der Hauptgrund, warum Gespräche gar nicht erst entstehen. Warte also nicht auf einen Impuls von deiner Partnerin sondern ergreife selbst die Initiative. Dabei musst du nicht sofort eine Lösung parat haben oder „alles richtig“ machen. Einfach da sein und den Moment teilen ist oft schon genug.6

 

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase, die oft unterschätzt wird. Sie zu verstehen und empathisch damit umzugehen, sind wichtige Hebel. Oder wie es ein Mann in unserer Befragung auf den Punkt brachte: „Es hilft, besser zu verstehen – und über manches einfach hinwegzusehen.“1 Wenn du weißt, warum der Motor stottert, nimmst du das Ruckeln nicht mehr persönlich. Es ist kein Angriff auf dich, sondern pure Biologie.

Mach den ersten Schritt
Mach den ersten Sc

Mach den ersten Schritt

Fast die Hälfte der Männer (44 %) glaubt, wir sprächen heute in der Gesellschaft bereits offen über die Wechseljahre.1 Doch Vorsicht: Die Wahrnehmung der Frauen sieht oft anders aus.

 

Das gesellschaftliche Tabu sitzt in ihrer Warnehmung tiefer als viele Männer denken.8 Brich das Schweigen und geh den ersten Schritt – es lohnt sich für euch beide. Erfahre hier mehr rund um die Stigmatisierung von Wechseljahren in der Gesellschaft.

Studie: Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Befragung unter Mitgliedern des YouGov Panels, die einer Teilnahme vorab zugestimmt haben. Befragt wurden im Zeitraum vom 03. bis 06. März 2026 insgesamt 528 Männer ab 45 Jahren, die bereits Erfahrungen mit den Wechseljahren bei einer Partnerin gemacht haben. Die Erhebung erfolgte ohne Quotierung und wurde ohne Gewichtung der Daten durchgeführt. Die Ergebnisse sind daher nicht repräsentativ.

Quellen:

  1. YouGov Umfrage mit Astellas. März 2026.
  2. Deutsche Menopause Gesellschaft. Menopause-Übersicht. Verfügbar unter: https://www.menopause-gesellschaft.de/menopause-%C3%BCbersicht (zuletzt aufgerufen: April 2026).
  3. Rumler A, Nemmer J. HWR Berlin. Forschungsprojekt MenoSupport. Ergebnisse der ersten deutschlandweiten Befragung zum Thema Wechseljahre am Arbeitsplatz. 2024. Verfügbar unter: https://blog.hwr-berlin.de/menosupport/ergebnisse/ (zuletzt aufgerufen: April 2026).
  4. Frauenärzte im Netz. Wohlbefinden und Partnerschaft in den Wechseljahren. 2014. Verfügbar unter: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/aktuelles/meldung/wohlbefinden-und-partnerschaft-in-den-wechseljahren/ (zuletzt aufgerufen: April 2026).
  5. Wechselweise. Verständnis in der Partnerschaft: Wie erkläre ich die Wechseljahre?. 2024. Verfügbar unter: https://www.wechselweise.net/artikel/verstaendnis-in-der-partnerschaft-wie-erklaere-ich-die-wechseljahre (zuletzt aufgerufen: April 2026).
  6. Beziehungs-wiese. Wechseljahrbeschwerden: Wie wir mehr Verständnis schaffen. Verfügbar unter: https://beziehungs-wiese.at/mehr-verstaendnis-in-den-wechseljahren/ (zuletzt aufgerufen: April 2026).
  7. Partnerschaft und Beziehung. Wechseljahre der Frau und Partnerschaft. 2020. Verfügbar unter: https://www.partnerschaft-beziehung.de/wechseljahre-partnerschaft.html (zuletzt aufgerufen: April 2026).
  8. Menopause. Wechseljahre in der Gesellschaft: tabuisiert, missverstanden, unterschätzt. 2024. Verfügbar unter: https://www.menotpause.com/wissen/allgemeines-wissen/menotpause-studie-2024 (zuletzt aufgerufen: April 2026).